Einleitung

DNA, das verpackte Erbgut der Zellen, ist recht stabil und lässt sich in totem Material auch nach längerer Zeit noch gut nachweisen. Chironomus Larven sind den Aquarianern auch bekannt als "rote Mückenlarven". Für dieses Experiment werden gefriergetrocknete Mückenlarven verwendet, die als Fischfutter im Aquaristik Fachhandel günstig erhältlich sind. 

Präparation

Die getrockneten Mückenlarven weicht man etwa 5 Minuten oder länger in einer kleinen Petrischale in Wasser ein. Die Mückenlarven aus der Dose liegen meist nur in Bruchstücken vor. Unter der Stereolupe sortiert man solche Bruchstücke der Larven bei denen der dunklere Kopf zu finden ist. Sie sollten wenigstens die halbe Länge einer vollständigen Larve besitzen. Zwei oder drei eingeweichte Kopfstücke werden nun auf einen Objektträger in einen Tropfen Wasser übertragen. Unter der Stereolupe wird wie folgt präpariert: Mit einer Präpariernadel hält man das Hinterende und zieht mit der zweiten Nadel den Kopf vorsichtig ab. Dabei sollten die aufgeweichten Innereien mit dem Kopf herausgezogen werden. Nun reißt man den vorderen Thorax mit den beiden Nadeln auseinander und streicht noch vorhandene Innereien ebenfalls vorsichtig aus. Das Hinterende, anhängende Stücke des Chitinpanzers und den dunklen Kopf selbst sortiert man aus. Zu den präparierten Teilen der Larven wird ein kleiner Tropfen von etwa 5 µl Volumen einer stark verdünnten Mischung aus Acridinorange (5 µM) und Hoechst 33342 (27 µM) gegeben. Alternativ kann auch mit einer entsprechend verdünnten Lösung von Hoechst 33342 oder DAPI gefärbt werden. Schließlich legt man ein Deckglas auf. Um die Gewebestrukturen einigermaßen zu erhalten wird kein Quetschpräparat angefertigt. Es wird mindestens 10 Minuten in der feuchten Kammer gefärbt, bevor man mikroskopiert.

Ergebnis

Idealerweise liegen nun die frei präparierten Speicheldrüsen vor, anhängende Speichelkanälchen, Muskelgewebe, Blutgefäße und weitere Organe. Unter UV Anregung sind nun die in klarem Blau gefärbte DNA der Zellkerne sowie das schwach autofluoreszierende Gewebes zu erkennen. In den vergleichsweise großen Zellen der Speicheldrüsen findet man Polytänchromosomen (Riesenchromosomen). Kleinere Zellkerne liegen im Muskelgewebe vor. Neben den Polytänchromosomen der Speicheldrüsenzellen findet man verschieden große Zellkerne in dem weiterem Gewebe, z.B. Muskelfasern oder Speichelkanälchen.

Bild 1: Übersichtsfoto des Kopfes einer Cironopmuslarve. Das präparierte Gewebe zeigt Autofluoreszenz der Zellen. Leuchtend blau erscheinen die mit dem Fluorochrom Hoechst gefärbten Zellkerne.

Bild 2: Am hinteren Ende des herausgezogenen Gewebestrangs befinden sich die großen Speicheldrüsenzellen.

Bild 3: Ausschnitt der Speicheldrüsenzellen mit kontrastiertem Polytänchromosom (Riesenchromosom).

Bild 4: Muskelgewebe mit einzelnen Zellkernen.

Bild 5: Speichelkanälchen mit sehr flachen Zellkernen.

Bild 6: Dichtes Gewebe.

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