Einleitung

Mit Hilfe von speziellen Fluorochromen lässt sich Pilzgewebe schnell nachweisen. Dabei nutzt man den Effekt, dass diese Fluorochrome spezifisch an die Chitin-Strukturen der Zellwände von Pilzen und Hefen binden. Die Fluorochrome werden einfach zur wässrigen Probe gegeben und färben das Pilzgewebe spezifisch binnen Minuten.

Mehltau auf einem Weidenblatt

Hier gefärbt wurde ein Oberflächenschnitt mit dem echten Mehltau an der Jungpflanze einer Weide (Salix sp.). Die Auflicht-Fluoreszenz erfordert hier keine besonderen handwerklichen Fertigkeiten beim Schneiden der Präparate. Die Blätter wurden auf dem Objektträger mit einer Rasierklinge geschnitten und in Wasser eingebettet, das mit einem kleinen Tropfen eines optischen Aufhellers vermischt wurde (1:10.000). Der optische Aufheller färbt Chitine und Zellulose.

Der echte Mehltau wächst auf der Blattoberseite als Aufsitzer. Der Pilz bildet Haustorien aus, Saugorgane die sich in der Epidermis des Wirts festsetzen, die Zellwand durchstoßen, jedoch nicht das Plasma der Wirtszellen. Dieser etwas zu dick geratene Schnitt demonstriert das sehr schön in der Aufsicht auf die Blattoberseite: Die fluoreszierenden Pilzhyphen sind gut als feine Fäden in einem hellen Blauviolett gefärbt. Auch die kleinen Fruchtkörper des Pilzes sind gut zu sehen, welche hier gefärbt als kleine strukturierte "Kugeln" sichtbar sind.



Der Querschnitt zeigt neben der blauvioletten Grundfärbung des Fluorochroms weitere Farben. Diese entstehen durch Autofluoreszenz verschiedener Stoffen in den Zellwänden und Zellen der Pflanze.

  • Xylem: blau-violette Autofluoreszenz
  • Zellulose: gelblich- bzw. weißlich-grüne Autofluoreszenz
  • Lignin: grüne Autofluoreszenz
  • Suberin: gelbgrüne Autofluoreszenz in der äußeren Cuticula.

Pflanzen reagieren auf Stress, Trockenheit oder zu viel Feuchtigkeit mit Veränderungen des Gewebes. Gut erkennbar sind Verletzungen der Pflanze und die damit verbundenen Veränderungen des Gewebes, welches hier teils nekrotisch ist. Verletzungen machen Pflanzen anfälliger gegen Pilzbefall. Aufgrund der Farbunterschiede des Gewebes lässt sich das Pilzgewebe auch in der Pflanze nachweisen, bei Pilzen die das Pflanzengewebe durchwachsen. Ein Wachstum in das Gewebe ist beim echten Mehltau jedoch nicht der Fall.




Aufnahmedaten

Zeiss AxioLab.A1, N-Achroplan 10x, N-Achroplan 40x, UV-Anregung mit LED 385 nm, Triple-Band Filtersatz F66-L412, Canon EOS 60D

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